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Kinderkrankheiten

Bei Kindern sollte die Medikation in die Hände eines Kinderarztes gelegt werden. Im Bereich der darüber hinausgehenden und unterstützenden Betreuung des Kindes bei einer Erkrankung, kann der kompetente Rat aus der Apotheke den Gesundwerdungs-Prozess nachhaltig unterstützen oder zusätzliche Verhaltensregeln beinhalten.

Zusatz-Tipps bei einer Erkältung

Bei einer klassischen, virusbedingten Erkältung werden die Symptome in der Regel einzeln behandelt. Vorsicht ist unter anderem bei mehrtägigem Fieber geboten, da hier eine bakterielle Zweitinfektion (Mittelohr-, Nasennebenhöhlen-, Lungenentzündung) nicht auszuschließen ist.

Fieber

Bettruhe, bei über 39°C mit Paracetamol - Zäpfchen, max. zwei Tage selbst behandeln, Wadenwickel (Wichtig: 1. Nehmen Sie nie kaltes Wasser für einen Wadenwickel, sondern immer nur handwarmes Wasser, weil sonst der Kreislauf zu sehr beansprucht wird. 2. Wadenwickel nur durchführen, wenn die Beine heiß sind und die fiebrige Person nicht friert; sonst fiebersenkende Medikamente verabreichen.), reichlich trinken (Lindenblütentee, Mineralwasser, verdünnte Säfte). 

Schnupfen

Salzhaltige Nasensprays, zur Nacht hin abschwellende Nasentropfen, Kopfdampfbad (Kamille / Kochsalz).

Husten

Kinderzimmer nicht heizen (max. 18°C), Luft befeuchten, nachts Fenster öffnen, reichlich trinken (zum Beispiel Tee aus Thymian- / Spitzwegerichkraut, Anissamen), Kopfdampfbad (Thymian / Kochsalz).

Bei hartnäckigem Husten

Schleimlösender Hustensaft. Bei starkem Husten immer an Bronchitis, Lungenentzündung oder Keuchhusten denken!...Arztbesuch!

Ohrenschmerzen

Abschwellende Nasentropfen zum Öffnen der Ohrentrompete, Kopfdampfbäder mit Kochsalz. Bei pochenden, stechenden Schmerzen mit Fieber an bakterielle Mittelohrentzündung denken! ...Arztbesuch!

Schnupfen und Heuschnupfen

Auslöser für allergischen Schnupfen oder Heuschnupfen sind häufig Pollen, Hausstaubmilben, Schimmelpilze oder Tierhaare. Das Kind leidet unter wässrigem Schnupfen, häufigem Niesen, Brennen und Juckreiz in der Nase sowie juckenden, tränenden Augen. Die Atmung ist wegen stark geschwollener Nasenschleimhäute behindert.

  • Allergene (wenn bekannt) meiden
  • Kind abends duschen, Haare waschen, Kleidung nicht in sein Schlafzimmer legen
  • Nachts Fenster schließen (früh morgens fliegen die meisten Pollen)

Bei Hausstaubmilbenallergie 

  • Wohnung staubarm halten
  • möglichst auf Teppiche, Vorhänge, Polstermöbel, Plüschtiere verzichten (Ausnahme: milben- und allergendichte Kuscheltiere)
  •  Bettwäsche bei 95°C waschen
  •  milbenundurchlässige Matratzenüberzüge verwenden.

Hilfe bei Erbrechen

Erbrechen kann zum Beispiel nach zu kalten Speisen und Getränken, bei Aufregung oder einer Nahrungsmittelunverträglichkeit auftreten. Bei zusätzlichem Durchfall und evtl. Fieber ist an eine virale Magen-Darm-Infektion zu denken. Dabei erbricht das Kind plötzlich ohne vorherige Übelkeit, oft begleitet von Fieber und später von breiigem bis wässrigem Stuhl. Da Säuglinge und Kleinkinder schnell viel Flüssigkeit und Mineralstoffe verlieren und zur Austrocknung neigen, ist besondere Vorsicht geboten, besonders wenn Müdigkeit, Trinkschwäche und Apathie hinzukommen.

  • Viel trinken (keine Fruchtsäfte und Milch!), gegessen werden muss nicht
  • Elektrolyt-Glucose-Lösung (Spezielle Präparate erhalten Sie in der Apotheke) als Ersatz des Mineralstoffverlusts ("Cola und Salzstangen" gelten als obsolet (veraltet)!).
  • Saft oder Zäpfchen gegen Brechreiz
  • Leichte Aufbaukost (Zwieback, Toast, geriebener Apfel, reife Banane, leicht gesalzene Nudeln, zerdrückte Kartoffeln mit gekochten Karotten)

Verstopfung bei Kindern

Typische Zeichen bei Verstopfung sind Bauchschmerzen, Schmerzen beim Stuhlgang, trockener, harter Stuhl sowie Appetitlosigkeit. Bis zu vier Tage ohne Stuhlgang gelten als normal.

  • Weniger Süßigkeiten, mehr ballaststoffreiche Nahrungsmittel wie Gemüse, Obst, Vollkornprodukte
  • Trinkmenge erhöhen
  • Seelische Probleme als Ursache ausschließen
  • Auf Bewegung achten

Zum Abführen: Lactulose - Saft oder Miniklistier (kurzfristig).

Kopfläuse behandeln

Kopfläuse erkennt man an den typischen gelblichen. weißen, an den Haaren klebenden Nissen (oft hinter den Ohren), nässende Hautveränderungen mit Krusten und Schuppen auf der Kopfhaut ("Läuseekzem") sowie starkem Juckreiz.

  • Kind nicht in den Kindergarten / zur Schule schicken
  • Läuseshampoo verwenden, Familienmitglieder immer mitbehandeln
  • Kleidung, Handtücher, Bettzeug heiß waschen, Kämme desinfizieren oder wegwerfen, Spielsachen gründlich reinigen
  • Nicht waschbares Spielzeug für vier Wochen in furtdichten Plastiksack verpacken
  • Festsitzende Nissen regelmäßig mit Läusekamm auskämmen; eventuell vorher Haare mit etwas Essigwasser durchspülen.


Keuchusten bei Kindern

Der bakteriell bedingte Keuchhusten (Pertussis) beginnt mit leichtem Husten und Schnupfen, nach rund zwei Wochen gefolgt von starken, trockenen Hustenanfällen mit Atemnot (besonders nachts) und häufig Erbrechen. Eine antibiotische Therapie ist notwendig.

  • Kinderzimmer nicht heizen( max. 18°C), Fenster nachts öffnen
  • Reichlich trinken; weiche, milde, vitaminreiche Kost
  • Während der Hustenanfälle Kind beruhigen, leicht nach vorn gebeugt aufsetzen
  • Kopfdampfbad (Thymian / Kochsalz)


Kinderkrankheiten

...Arztbesuch!
Um die durchweg ansteckenden, klassischen Kinderkrankheiten erkennen zu können, hier kurz die jeweiligen Erkennungsmerkmale und hinter den Links verbergen sich detailliertere Beschreibungen zur Krankheit:

Scharlach

Meist hohes Fieber; erst weißlich belegte, später himbeerrote Zunge, feuerroter Gaumen, schmerzhafte Lymphknotenschwellung am Hals. Erst Ausschlag in der Leistengegend, dann über den Körper ausbreitend; rote, kleine, leicht erhabene, samtige Flecken; Juckreiz möglich.

Röteln

Fieber und Juckreiz mögliche; erst Erkältungssymptome, schmerzhafte Lymphknotenschwellung im Nacken; dann Ausschlag hinter den Ohren, über den Körper ausbreitend; einzeln stehende, kleine, rote Flecken.

Masern

Hohes Fieber oft mit Schnupfen und trockenem Husten; Lichtempfindlichkeit; weiße Flecken auf der Mundschleimhaut; später Hautausschlag mit kleinen, hellroten Flecken, die zu dunkler werdenden Flecken zusammenfließen; Juckreiz möglich.

Mumps

Fieber; Schmerzhafte Schwellung vor dem Ohr (ein- oder beidseitig), Kau- und Schluckbeschwerden, Kopf- und Bauchschmerzen möglich.

Windpocken
(Eine Impfung ist für Kinder, die an einer Immunschwäche oder anderen schwerwiegenden Erkrankung (wie z. B. Leukämie) leiden, zum Schutz vor gefährlichen Komplikationen möglich.)

Erst leichtes Fieber und Kopfschmerzen; später schubweise auftretender Ausschlag mit roten Flecken, wässrigen Bläschen und dann Krusten. Ausbreitung über den ganzen Körper, auch Kopf und Mundschleimhaut; starker Juckreiz.

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Autorin Apothekerin Annette Erdmann

Wir möchten uns bei der Autorin, beim Marketing-Magazin "beraten&verkaufen" und bei dem Herausgeber Boehringer Ingelheim Vertriebslinie Thomae für die Bereitstellung des Artikels bedanken.